Die Heimat-Zigaretten werden von einem kleinen, enthusiastischen Team hergestellt. Die Mission: Die einzige echte Schweizer Zigarette trotz grosser globaler Konkurrenz zum Erfolg führen.

Im st. gallischen Dörfchen Steinach steht die einzige unabhängige Zigaretten-Manufaktur der Schweiz. Ein Haufen Wagemutiger hat sich seit den Anfängen im Frühling 2016 um den Heimat-Gründer Roger Koch geschart. Gemeinsam stellen wir naturbelassene Schweizer Zigaretten her. Zigaretten von hier eben. Dies können und wollen wir mit einer gehörigen Portion Charakter, Experimentierfreudigkeit und Spass bewerkstelligen.

Inspiration für die Heimat-Zigarette. Grossvater Ernst Gsell.

Der Ursprung der verrückten Idee einer eigenen Zigarettenmanufaktur liegt in Roger Kochs Kindheit. Oder besser gesagt: Sein Grossvater Ernst Gsell hat ihm diesen Floh ins Ohr gesetzt. Grossvater und Enkel verstanden sich blendend. Als die beiden 1987 ins Zihlschlachter Hudelmoos fuhren, war das ein prägendes Erlebnis – denn an diesem Morgen erlaubte Ernst Gsell seinem Enkel, eine Zigarette zu rauchen. Mit zwölf Jahren schien er ihm alt genug dafür. Und er erzählte ihm von der Tradition des Tabakanbaus in der Schweiz. Das war die Geburtsstunde der Idee einer Schweizer Zigarette. Roger Koch begann danach mit Brüdern, Cousins und Freunden, eigene «Zigaretten» herzustellen: mit Kastanien- und Eichenblättern gefüllte Papierhülsen, verklebt mit handelsüblichen Klebestreifen. Der Rauchgenuss hielt sich in Grenzen, die Idee eines Schweizer Tabakprodukts blieb.

Ernst Gsell, Jahrgang 1914, wuchs auf einem Bauernhof in Roggwil auf. Er war gelernter Käser und kaufte später eine Schweinemästerei, die ihm einen guten Lebensunterhalt sicherte. Als er am 26. Juli 1990 starb, hinterliess er vierzehn Enkel – und die Idee einer Schweizer Zigarette, die Roger Koch nun fast 30 Jahre später realisiert. Der Unternehmensname Koch & Gsell leitet sich denn auch vom Namen des Enkels und demjenigen des Grossvaters ab.

Nach diesen rudimentären Zigaretten-Experimenten als Teenager wurde das Projekt lange Zeit auf Eis gelegt. Im Jahr 2009 lebte die Idee aber wieder auf: Roger Koch baute privat in seinem Garten Tabak an, war fasziniert davon, den eigenen Tabak zu kultivieren, zu verarbeiten und zu rauchen. Das Feuer loderte wieder. Mit Hilfe diverser alter und neuer Bücher tauchte er in die Welt des Tabakanbaus ein und experimentierte mit Burley, Virginia, Geudertheimer und verschiedenen Orienttabaken.

Vier Jahre lang tüftelte Roger Koch an der Rezeptur für die Heimat. In dieser Zeit hat er mehr als 5000 eigene Zigaretten mit einer kleinen Handstopfmaschine hergestellt. In diversen Blinddegustationen konnte Roger Koch das gängige Vorurteil widerlegen, der Schweizer Tabak sei bloss als Füllmaterial tauglich. Nach unzähligen Versuchen und diversen Rückschlägen erhielt Roger Koch im Jahr 2015 die Produktionsbewilligung, bestellte den Rohtabak und die Maschinen. Und seit April 2016 gibt es sie nun wirklich: die erste echte Schweizer Zigarette.

Doch damit nicht genug. Heimat steht für Experimentierfreudigkeit. So werden im kleinen Versuchslabor immer wieder neue Kräuter und Gewächse auf ihren Rauchgenuss hin getestet. Hanf zeigte sich bei diesen Experimenten als besonders delikates Kraut. So kam es, dass das Sortiment im Juli 2017 um die erste Tabak-Hanf-Zigarette der Welt erweitert wurde.